Obamas erleuchtetes Friedenskabinett hat 2009 den erfolgreichen Putsch in Honduras ins Werk gesetzt - geplant war er sicher schon unter Bush. „Change we can believe in“ oder Yes, we can!“ - erneut erfahren wir, was damit wirklich gemeint ist: ein CIA-orchestrierter Regierungswechsel zum Beispiel. Selbstverständlich kein Wechsel zum Besseren.
Verdienstvollerweise beschreibt die „junge welt“ (pdf) detailreich, wie kurz die Leine ist, an der Washington seine weltweiten Satrapen hält. Für einen Nobelpreisträger besonders peinlich: Vermutlich mindestens mit US-“Erlaubnis“ wurde ein ehemaliger Minister der mit US-Hilfe weggeputschten Regierung „umgelegt“: Roland Valenzuela.

Dieser Mann ist ein Held der Informationsbewegung. Er wusste, dass er mit seinem ungewöhnlich offenen Interview möglicherweise sein Todesurteil unterschrieben hatte, er sagte es laut. Und sechs Wochen später war er tatsächlich tot. Eine kritische honduranische Website (pdf) nennt Namen der Hintermänner der Putschisten und Details aus dem spektakulären Interview, das so schreckliche Folgen hatte.
Kann man Nobelpreise eigentlich auch wieder kassieren? Ich meine, bei Miss-Wahlen müssen die Damen sich schriftlich verpflichten, ein Jahr lang keine „anstößigen“ Dinge zu tun - verstanden werden darunter z. B., Nacktfotos oder -filmchen, radikale öffentliche Betätigung; sonst ist der Titel samt Preisgeld und Vergünstigungen futsch. Wäre es nicht angemessen, dass das Nobelpreiskomitee jedenfalls nicht laxer vorgeht als die Jury bei „Miss World“? Obama als Friedensnobelpreisträger jedenfalls, unabhängig vom durchaus abhängigen Komitee - war zweifellos eine Misswahl...
Regelrecht hüpfen könnte ich bei der Lektüre des jw-Beitrags über die Tatsache, dass Hugo Chavez den USA verwehrt hat, ihm einen üblen notorischen CIA-Umstürzler als Botschafter ins Nest zu setzen: Larry Palmer.

Wer sich noch an den ex-CIA-Mann Philip Agee aus den 70er Jahren erinnert: Damals war es Volkssport, weltweit CIA-Agenten zu enttarnen. Das müsste heute viel leichter gehen als damals, weil das Angebot im Internet so viel besser ist. Ein paar Tricks: Man schaute nach Lücken im offiziellen Lebenslauf, prüfte die tatsächliche Aktivität aller Botschaftsmitglieder. Harte Arbeit - aber der Mann hat eine weltweite Bewegung in Gang gesetzt, die recht erfolgreich war. Das muss fortgesetzt werden.
Die New York Times meldet heute (pdf), dass der Gegenstand von Anti-Korruptions-Untersuchungen durch US-Dienststellen, ein wichtiger Verbindungsmann Karzais zum „Nationalen Sicherheitsrat“, Mohammed Zia Salehi, seit Jahren von der CIA finanziert wird. Etwas hilflos schreibt die NYT: „Es ist nicht exakt klar, was er für das Geld tut, das er bekommt: Informationen an die Spionageagentur liefern, US-Sichtweisen im Präsidentenplast fördern - oder beides.“ Und noch ein Offenbarungseid: „Herr Salehis Beziehung zur CIA unterstreicht tiefe Widersprüche im Kern der Afghanistan-Politik der Obama-Regierung, die amerikanische Offizielle von karzai fordern lässt, dass er die Korruption auslöschen solle, die seine Regierung durchdringt - während sie machmal genau die Leute finanziell abstützt, die selbst korrupt sind.“ Jaja, schön, dass die NYT auch langsam dahinterkommt. Sehr schön - oder klarer ausgedrückt: beschönigend. Denn Doppelpolitik ist ja das Markenzeichen der US-Politik in welchem Bereich auch immer: „Klimapolitik“, „Terrorkrieg“, „Demokratisierung“, „Finanzstabilität“, „Friedensprozess Nahost“, „Bündnispolitik“ (Nato) - you name it, they .... it up (sorry, das geht nur auf Englisch).
Berlin und der Rest der Republik debattiert über die angeblich so preiswerte Atomenergie - und vergisst die ständigen Zuschüsse der Steuerzahler zu den kleinen „Nebenwirkungen“, die weit weniger preiswert sind. Besonders markant die Grünen, die sich als Regierungspartei (Tritt-ihn) auch nicht um das (un)heimliche Endlager (pdf) „Asse“ gekümmert haben. Rührend, wenn nun Frau Merkel beschwört, man wolle ja insgesamt zur „erneuerbaren Energie“: Denn abgesehen von der für unsere Politiker charakteristischen Verschiebung der Schritte dahin auf die Zeit nach ihrer Pensionierung, ist der Begriff unzutreffend und daher semantisch dumm; denn mit „Erneuerung“ haben nebenwirkungsfreie natürliche Energiequellen gar nichts zu tun.
Und schließlich Stuttgart: Inzwischen wachsen die geologischen Bedenken gegen das Bauprojekt „Stuttgart 21“.
Einer der „Architekten“ packt im „Stern“ aus (der in dieser Sache verdienstvoll arbeitet pdf) ,,er könne das Projekt nicht mehr unterstützen“, habe auch „nie unter die Erde gehen“ wollen. Der Spiegel berichtete (pdf) über einen fragwürdigen Millionenauftrag, mit dem die verantwortlichen Politiker den Umbauplan schöngerechnet haben. Und: Auf der Baustelle wurden Schwarzarbeiter mit Hungerlöhnen angetroffen (pdf)- die Arbeitsplatzversprechungen der Landesregierung und des OB Schuster bröckeln. Es sind diese ständigen „Pleiten, Pech & Pannen“-Meldungen, die die Bürger wütend machen, auf die Straße treiben - und das Projekt zum Kippen bringen. Das ist noch mehr, viel mehr: garantiert.
Aber das Schönste war gestern ein todmüder OB Wolfgang Schuster, der versucht, eine wichtige Festveranstaltung (Weinfest) in Stuttgart zu eröffnen - und nicht gegen den Lärm der Demonstranten ankommt. Gerade in die Augen schauen: Schuster hat fertig! Wenn die Stuttgarter durchhalten, kippt der wahnwitzige Umbau-Plan.