Die Informationswebsite WikiLeaks hat nach eigenen Angaben 91.000 bis dahin vertrauliche e-mails ins Internet gestellt.
Eine erste zweistündige Prüfung meinerseits hat ergeben, dass:
1. die innere Ordnung teilweise unstimmig ist, denn die Vorkommnisse wurden z. B. nach "Schwere" geordnet - doch fehlen z. B. Vorfälle von "friendly fire" mit Todesfolge, die unter dieser letzteren Kategorie auftauchen.
2. vielfach Vorfälle minderer Schwere angegeben sind, während schwere Vorfälle fehlen.
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3.Kritikpunkte von eminenter politischer Bedeutung, die ich in meinem neuesten Buch umfangreich erneut belegt habe, gänzlich fehlen.
Diesen letzteren Punkt räumt WikiLeaks teilweise ein: „The reports do not generally cover top-secret operations or European and other ISAF Forces operations.“, heißt es in der Website.
Besonders diese beiden letzten Kritikpunkte an der WikiLeaks-Sammlung weisen darauf hin, dass es sich hier um eine Sammlung handelt, die weltweit Aufmerksamkeit binden soll, die anderweitig vermutlich besser eingesetzt wäre. Es handelt sich also um das vermutlich weltweit umfangreichste - nicht das bedeutendste! - PR-Manöver der Menschheitsgeschichte zur Ablenkung der Konsumenten.
Das bedeutet NICHT, dass diese Dokumentensammlung wertlos sei. Man muss sie nur richtig lesen: als
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1.einen brauchbaren Anfang einer besseren Informationspolitik und einen Gradmesser dafür
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2.einen Anhaltspunkt dafür, in welchen Kategorien unschöne Vorfälle existieren und in welcher Richtung eventuelle Verfehlungen durch NATO-/ISAF-Personal gehen.
Auf dieser Website werde ich in den kommenden Tagen ausführlicher Stellung nehmen und begründen.
Bis jetzt nur meine erste Einschätzung: Es ist immer erfreulich, wenn eine Supermacht mit Dreck am Stecken beginnt, die Hosen herunterzulassen, denn es wächst die Hoffnung auf eine Änderung der Politik. In diesem Fall hat diese Macht immerhin schon einmal den Gürtel aus der Lasche gezogen. Die Hose sitzt wie eh und je...
Ernster ist die Lage für WikiLeaks: Es ist kaum denkbar, dass diese riesige Datensammlung, die ich für echt halte, ohne zumindest schweigende offizielle Zustimmung veröffentlicht werden konnte. Dies lässt Fragen zu in Bezug auf die Unabhängigkeit von WikiLeaks und in wiefern die jüngsten Versuche von US-Institutionen erfolgreich sind, WikiLeaks an die Kandare zu nehmen. Das belastete Wort „Gleichschaltung“ taucht auf.